Zu Gast bei Annegret Kon

Das Torrollo öffnet sich ratternd. Dahinter befinden sich noch weitere Türen. Anders aber als die Titelheldin Alice von Lewis Carroll müssen wir (Seminar: Was macht die Kunst?) nicht lange nach der richtigen Tür suchen, die zum goldenen Schlüssel passt.

Annegret Kon führt uns in ihr Atelier – auch eine Art Wunderland. Von außen hätten wir kaum vermutet, dass sich hier im Inneren dieser großzügig geschnittene Raum befindet. Regale mit früheren Arbeiten, Gipsabgüsse sowie Werkzeug, an den Wänden Zeichnungen, ein Brennofen und ein dreidimensionales Modell für eine Ausstellung im kommenden Jahr fallen ins Auge. Auf den Sockeln in der Raummitte stehen Tonplastiken in unterschiedlichen Stadien des Gestaltungsprozesses. Manche Figuren sind noch in Plastikfolien eingewickelt, andere sind bereits bemalt und gebrannt. Die Frauen, Männer und Kinder aus Ton entstehen nach Zeichnungen, die Annegret Kon unterwegs oder im Atelier anfertigt. Die Skizzen sind knappe zeichnerische Notizen, die das Wesentliche auffangen, sich aber nicht im Detail verlieren. Ein Bozzetto braucht es dann nicht, um diese plastisch werden zu lassen. Annegret Kons Figuren sind keine Porträts von Individuen, vielmehr beschreiben sie in ihrer alltäglichen Erscheinung und Bewegungen etwas uns allen sehr Vertrautes.

Das Tor schließt sich wieder hinter uns. Im Nachklang des ratternden Geräusches verharren wir einen Moment lang in Posen, die denen der Figuren Annegret Kons ähneln. Dann gehen wir nach Hause.
http://annegretkon.blogspot.de/

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