Texte aus der Weserburg

Michael Schmeichel, OT, Öl auf Leinwand

Michael Schmeichel

Auf wilden Schwingen fliegt eine ausgebrannte Seele. Taumelnd.
Nach unten?
Nach oben?
Dem Ende entgegen.
Glücklich. Euphorie und Erlösung beflügeln sie.
Die Vergänglichkeit umarmend zerfließt sie in Freiheit.
Die Zeit vergisst zu existieren.
Die Seele setzt sich zum Tee in Tante Annes gemütlicher Stube.

Enibbu

Alica Kwade, Küchenuhr Spiegel

Weserburg 4

Klein, rund und auf Augenhöhe. Tick tack tick tack tick tack.
Spiegelung auf Zifferblatt. Tick  tack tick tack tick tack.

Selbstreflexion der Zeit, tick, Vergänglichkeit, tack.
Das eigene Gesicht rund wie die Uhr tick tack.

Die Zeit in mir. Wie lang sind wir? Tick tack.

Enibbu

………………………………………………………….

Hermann Nitsch: Relikt der 50. Aktion (1975), Blut auf Leinen

Hermann Nitsch

Leben und Tod.
Angst und Frieden.
Der tiefe Schatten spiegelt
die Helle und wieder von vorn.
Das Leuchten des Lichts nimmt der Dunkelheit
nichts.
Pass auf, oh schönes wahres Leben!
Der Tod frisst dich auf.
Verschmutzt dein Bild mit seinen Flecken.
Das Finstere jedoch hat längst nicht gewonnen.
Hat doch das Sein mehr Raum.
Trotz beißender Furcht vor der Antwort frage ich euch:
Wer wird der Sieger sein?
Beim Fechten um des Sinnes Willen?
Und noch bevor ihr erwidert wende ich ein:
Ist es gar kein Gegenüber ist es eher ein
Hand in Hand
Miteinandersein?

A.

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