Zu Besuch bei Anja Fußbach

Im Güterbahnhof Tor 46 öffnete sich uns, dem Seminar „Kreatives Schreiben in Museen und Ateliers“, die Welt der Künstlerin Anja Fußbach. Ihre Arbeiten verweigern sich dem Kunstbegriff der „Hochkultur“ und fordern die Betrachter*innen auf, nicht auf bekannte Denkweisen zurückzugreifen, sondern selbst zu interpretieren.

Anja Fußbach wollte nie dem klassischen Kunstbegriff folgen oder sich in Wertungsraster einsortieren lassen. Vielmehr versucht sie, ihre inneren Bilder, Ideen oder Themen in die Realtität zu bringen, sucht nach dem passenden Material und der geeigneten Umsetzung.

Wir betrachten staunend die Skulpturen, Stickbilder und Anordnungen… und schreiben später unsere eigenen Texte…

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Wo einst das Bier stand…

… fließen nun die Bilder…

… kreisende Scheinwerfer – schwarzes Leder – silbernes Gestänge – eine Insel aus Sportgeräten vom Kameraauge umrundet (Filmszenen aus: Stephan Panhans, Noch ein Sportstück, 2014)…

… russig schwarze Hausfassaden auf dem Maidan in Kiew – Sekt schäumt über den Rand des Glases im Hotel – Blicke, die zu den Fragen immer wieder neue Antworten finden lassen – ein Superheld auf dem Schrank (Filmszenen aus: Julian Öffler, Reise nach Kiew, 2014)…

Wir (Was macht die Kunst?) durchkreuzen diesen Fluss in der Städtischen Galerie Bremen. Hier werden zurzeit in Kooperation mit dem Filmbüro Bremen die jurierten Arbeiten des Videokunst Förderpreises #22 gezeigt. Zusätzlich zu den beiden neu entstandenen Werken werden weitere Videoarbeiten der Künstler ausgestellt. Ingmar Lähnemann, der Kurator, begleitet uns ein Stück durch die Ausstellungsräume. Im Gespräch über die Arbeiten diskutieren wir über Möglichkeiten der Kritik in der Kunst. Mit welchen Mitteln kann/darf/soll sie Dinge sichtbar machen? Welche ästhetische Kraft hat Widerstand? Was passiert, wenn Kunst selbst zum Protest wird?
3 Panoramablick in die Ausstellung
Mit Ingmar Lähnemann bekommen wir auch einen Einblick hinter die Kulissen und werden so auf Herausforderungen im Ausstellungsaufbau aufmerksam. Die architektonische Besonderheit der Städtischen Galerie, einer ehemaligen Bierbrauerei, verlangt besonders beim Präsentieren von Videokunst viel Erfindungsgeist, nicht nur auf visueller sondern auch auf akustischer Ebene. Weiterlesen