Zu Gast bei Klaus Effern

Wir sind in der Nähe vom Neustadtgüterbahnhof. An diesem kalten Januarnachmittag hören wir, wie es draußen vor der Tür anfängt zu regnen. Dicke Regentropfen prallen auf das Dach, durch dessen Oberlicht bei Sonnenschein beste Bedingungen zum Arbeiten gegeben sind.
Zwischen Sägespänen und Werkzeug stehen die überlebensgroßen Holzfiguren von Klaus Effern, die unsere volle Aufmerksamkeit haben. Im Gespräch mit dem aus Bayern gebürtigen Bildhauer diskutieren wir über seinen Umgang mit Holz und über seine Ideen zu verschiedenen Werkzyklen wie Verspottung (2012), Sardanapal (2015) und Junge Schmerzensmänner (2009). Dabei vertiefen wir Überlegungen zu der Differenz zwischen „perfekten“ Ausstellungsbedingungen und den tatsächlichen, realen Bedingungen – räumlich wie auch gesellschaftlich.
Das Bildhaueratelier vermittelt den Charme seines Besitzers und weckt den Entdeckertrieb eines jeden Besuchers/ einer jeden Besucherin. Da ist es nicht verwunderlich, dass aus verschiedenen Raumecken noch weitere Schätze zu Tage gefördert werden: So zum Beispiel ein kleiner, kompakter Hund aus Terrakotta, der vor kurzem von einem Gefängnisinsassen fantasievoll angefertigt wurde. Im Rahmen der Bildhauerwerkstatt in der JVA Bremen, die seit 1978 besteht, engagiert sich Klaus Effern für den Verein Mauern öffnen e.V.
Zum Ende des Gesprächs lädt uns Klaus Effern noch einmal in das Herzstück des Ateliers ein. In einem kleinen extra Raum steht ein Ofen und heizt gut ein. Anders als die Wärmequelle im Bild von Carl Spitzweg Der arme Poet (1839) verströmt er wohlige Wärme. Wenn der Ofen auch als Metapher für schöpferische Intensität oder auch als die „Seele des Ateliers“ interpretiert werden kann, freuen wir uns, dass es im Atelier von Klaus Effern so viel funkende Lebensenergie gibt!
http://www.klaus-effern.de/klaus-effern.de/Start.html
http://www.mauern-oeffnen.de/

Maike Su mit dem Seminar „Was macht die Kunst?“
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Unterwegs in Museen und Ateliers

Gibt Kunst genügend Impulse, um daraus kreativ, also literarisch zu schreiben? Lässt sich aus  formaler, expressiver oder auch minimalistischer Kunst eine Form von literarischen, poetischen oder reflektiven Texten schreiben, die allein für sich stehen können? Ja und nein. Wir besuchten zahlreiche Museen und Ateliers in Bremen, trafen Künstlerinnen, sprachen mit ihnen über Leben & Kunst und schrieben dann unsere Texte zu ihren Kunstwerken. Die Texte, direkt am Kunstwerk gelesen, ermöglichten einen neuen Blick auf die Werke. Manche der Gedichte, Geschichten und Reflexionen können alleine stehen, manche benötigen die Vorlage, um zu wirken. Aber stets wurden die Kunstwerke um eine Dimension erweitert – um die direkte Wahrnehmung der Leser- und ZuhörerInnen.  Weiterlesen

Ausstellungen kritisch betrachten

Schriftliche Arbeiten sind noch einzureichen, ansonsten ist unser Seminar „Historische Ausstellungen“ leider schon wieder vorbei. Was wir gemacht haben? Drei intensive Sitzungen an der Uni, in der wir uns mit Museumsdefinitionen und Objekttheorie befasst haben und Texte besprochen haben, aus denen wir Methoden zur Analyse von historischen Ausstellungen gezogen haben – etwa aus museologischer oder fachwissenschaftlicher Perspektive. Auch ein bisschen Semiotik kam dazu. Weiterlesen

Surreale Begegnungen in Hamburg

Wie kommt ein Werk ins Haus der Kunstgeschichte?
Aktuell beleuchtet die Ausstellung Surreale Begegnungen in der Kunsthalle Hamburg die Bedeutung von SammlerInnen für das Schaffen und Werden von KünstlerInnen. Dabei entdeckt das Seminar „Was macht die Kunst?“ eine umfassende, internationale Vernetzung der AktivistInnen im Kreis des Surrealismus und erfahren, wie über dieses Netzwerk selbst Werke von Künstlergrößen wie Dalí, Ernst, Miró und Magritte noch bis in die Gegenwart gefördert werden. Neben der aktuellen Sonderausstellung bekommen wir auch in der Galerie der Gegenwart eine Ahnung davon, dass das Erbe der Surrealisten bis in die Kunst der Gegenwart existent ist. In der Präsentation #1 Magie der Dinge. Von der Tücke des Objekts aus der Reihe HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION erleben wir, wie Kartoffeln beginnen, ein Eigenleben zuführen, oder wie scheinbar ein Blindenstock ein Schreibmaschinenorchester zur Kakophonie anstiftet und Museumsbänke plötzlich wie von Geisterhand mitsamt den darauf sitzenden MuseumsbesucherInnen durch den Raum schweben.

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Viele Wege führen zum Werk

Ein Besuch einer neuen Ausstellung ist ähnlich wie eine Reise ins Unbestimmte. Wie orientieren wir uns im Ausstellungsraum? Wie werden wir geleitet? Das Seminar „Was macht die Kunst?“ mit der Lehrbeauftragten Meike Su untersuchte diese und weitere Fragen:
Ein weißes Blatt Papier füllt sich mit Zeichen – unseren Wegen durch die Ausstellung „IB Geertsen“ in der GAK – Gesellschaft für aktuelle Kunst. Es ist eine topografische Skizze, die das Erwandern der Ausstellung und das sich Erschließen sichtbar macht.
Mit den Augen von Forschungsreisenden suchen wir nach Vertrautem, nach Besonderheiten und nach Unbekanntem. Welche Fragestellungen ergeben sich daraus? Im Gespräch mit der Kuratorin Svea Kellner vertiefen wir das Thema der Raumkonzeption und das Verhältnis Werk – Raum – Betrachter.
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Kunst und Kultur vor Ort

Was passiert in den Lehrveranstaltungen unter dem Dach von „Culture4all“? Es werden Museen, Theater, Konzerte besucht und sich mit der Kunst und Kultur vor Ort auseinander gesetzt. Wie hier in der Weserburg Museum für moderne Kunst im Seminar „Kunst und Kreatives Schreiben“: Kunst gibt den Anstoß für eigene literarische Texte… egal, ob per Hand geschrieben oder ins Notebook getippt – es wird immer im Anschluss gelesen und über die eigene Wahrnehmung gesprochen.

 

Culture4all geht weiter!

Auch im Wintersemester 2016_17 werden wieder zahlreiche Seminare angeboten, an denen alle Studierende der Uni Bremen teilnehmen dürfen und damit Kunst, Theater, Musik und Geschichte in Bremen kennenlernen und wahrnehmen können. Die Veranstaltungen werden diese Woche frei geschaltet. Anmeldung dann wie immer über Stud.IP.

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Letzte Sitzung: Orgelführung!

Zur letzten Veranstaltung des Seminars „Philharmonic4all“ ging es in den St. Petri Dom, wo die Studierenden von Domorganisten Stephan Leuthold eine Einführung in die Sauer-Orgel des Domes erhielten. Eingeladen war übrigens nicht nur das Seminar, sondern alle Studierende von Culture4all.
Dr. Ulrich Matyl, Lehrbeauftragter des Seminars, übergab das Wort in dieser letzten Veranstaltung gerne dem Domorganisten, der kurzweilig und informativ über die unterschiedlichen Pfeifen und Register, über Epochen und Klangfarben erzählte. Im Anschluss spielte er einige Kostproben von französischer und deutscher Orgelromantik. Am Ende öffnete er die Türen zum Innenraum der Orgel und die Leitern, Stiegen und Pfeifen hinter dem Orgelprospekt konnten hautnah ersehen werden. Eine spannende interessante Veranstaltung in einem abwechslungsreichen Seminar, das sich mit der Kunstmusik und den Musikstätten in Bremen auseinander setzte.
Im nächsten Wintersemester kann erneut in die Bremer Musikwelt eingestiegen werden!

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Mitmachen, mitmischen!

Seit 1986 macht das in Bremen der Verein „belladonna“ in den Bereichen Kultur, Bildung und Wirtschaft, um so die Belange von Frauen auf politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene zu fördern. Wir fragen nach: Braucht es heute noch einen Verein, der frauenspezifische Angebote schafft? Wie können wir mit dem negativ besetzten Begriff „Feminismus“ umgehen?
Daniela Yavuzsoy, in erster Linie für das Frauenarchiv und -dokumentationszentrum zuständig, zeigt uns, dem Seminar „Was macht die Kunst?“ literarische Schätze zu Genderthemen aber auch Graue Materialien (Broschüren, Flyer und Flugblätter) sowie Plakate aus der bremischen, nationalen und internationalen Frauenbewegung  – und davon gibt es einige, vom Keller hoch über zwei Etagen. Studierende können hier u.a. zu Themen wie „Frauen in Arbeitszusammenhängen“, „Allgemeine und Bremer Frauengeschichte“ und „Frauen- und Geschlechterforschung“ recherchieren.

http://www.belladonna-bremen.de/ Weiterlesen